Eine Hommage an das womöglich beste Motorrad

Ich besaß knapp über 3 Jahre eine BMW R 1200 GS LC, Baujahr 2015. Nun habe ich sie mit 50.000 km verkauft und mir keine neue GS gekauft, warum ich die GS trotzdem liebe…

Es fing an mit meinem Schottland Urlaub. Ein Jahr zuvor hatte ich mir meinen Traum erfüllt, eine BMW R 1200 R mit luftgekühltem 4 Ventil-Boxer. Ab 3000 Umdrehungen über 100 Nm Drehmoment sorgten dabei für Souveränität in allen Lebenslagen und das elektronische ESA Fahrwerk für sportlichen Komfort. In Schottland, es regnete die letzten 10 Tage des Urlaubs, lernte ich aber die negativen Seiten eines Naked Bikes kennen, zusammen in Kombination mit beschissener Kleidung.

Kleidung die über Nacht nicht trocken wurde und am nächsten Tag binnen einer Stunde erneut komplett durchnässt war.

Das drückte damals deutlich auf die Freude des Erlebten und so ging nach Rückkehr vom Urlaub meine erste Fahrt zum mittlerweile gut befreundeten BMW Händler mit dem Wunsch nach einer Maschine mit etwas mehr Wetterschutz.

Eine Probefahrt mit der „wassergekühlten“ R 1200 GS machte dann alles klar, dieses erhabene Gefühl aufrecht auf einer Maschine mit so einem breiten Lenker zu sitzen, der Motor der noch souveräner ans Werk ging und diese Handlichkeit trotz 250 kg. Die R wurde in Zahlung gegeben und der Kaufvertrag für die GS war unterschrieben.

Es folgten fast 50.000 km in 3 Jahren, eine Tour durch Deutschland, Seealpen inkl. Stella Alpina und LGKS, Schweizer Alpen, Italienische Alpen, Belgien, Niederlande, mehrmals Vogesen und Schwarzwald, Touratech Travel Event, jede Menge Wochenend-Touren und zuletzt 3,5 Wochen Norwegen.

Die GS meisterte alles ohne Defekt oder sonstige Vorkommnisse, sie machte genau das was sie sollte, wirkte dabei immer souverän und vermittelte Vertrauen wie kein anderes Motorrad zuvor.

Auch die Nebenkosten waren im Vergleich zu japanischen Modellen ziemlich günstig, Verschleißteile bis auf Bremsbeläge hinten kein Thema und dank Kardan hielt sich auch sonst der Pflegeaufwand im Rahmen. Öl musste ich zwischen den Inspektion auch nie nachfüllen und der Motor genehmigte sich im Schnitt 5 – 5,5 Liter auf 100 km.

Sorgenfrei Spaß haben war das Motto der letzten 3 Jahre und die Reiseenduro schlug sich in jedem Terrain ziemlich gut, sowohl bei schneller Fahrt auf Asphalt als auch auf grobem Geröll auf der Ligurischen Grenzkammstraße, doch… und nun kommen wir zum Punkt weshalb ich bei aller Lobhudelei nicht erneut zu einer GS griff… obwohl das Motorrad alles zufriedenstellend meisterte hatte ich irgendwann das Gefühl, auf Asphalt ging es mit entsprechender Maschine noch etwas spaßiger zu Sache und umgekehrt abseits der Straße sicher etwas leichter und handlicher.

Ich spekulierte Ende 2017 etwas auf die F 850 GS als „leichte“ (< 210 kg) Reiseenduro, aber da hatte mich BMW enttäuscht und dieses Keyless und Connected Ride wollte ich auch nicht unterstützen.

So fiel meine Wahl letztendlich auf eine kleine leichte Naked für die kurvige Landstraße (KTM 690 Duke R) und im kommenden Jahr gesellt sich dann fürs Reisen entweder eine Yamaha Tenere 700 oder KTM 790 Adventure R in der Garage dazu.

Nichts desto trotz möchte ich die Zeit mit der R 1200 GS nicht missen. Sorgenfreier war ich bisher nicht unterwegs und so konnte ich mich bei jeder Reise auf alles andere konzentrieren und die neuen Eindrücke aufsaugen. Ob das in Zukunft so bleibt muss sich erst zeigen.

Mach’s gut GS… man trifft sich ja immer zweimal im Leben.

 
PS: Bevor vielleicht das Gehate losgeht… Das sind meine persönlichen Eindrücke und Erfahrungen und vielleicht wäre es mir mit einer KTM oder Ducati genauso ergangen, ist aber alles spekulativ weil ich eben die BMW hatte. Dies ist also kein allgemeingültiger Beitrag und es gibt wie immer auch „Montagsmodelle“ die Probleme machen, vielleicht hatte ich einfach Glück, vielleicht ist die BMW tatsächlich das beste Motorrad… die Antwort liegt womöglich irgendwo in der Mitte.

1 Kommentar zu „Eine Hommage an das womöglich beste Motorrad

  1. Vielen Dank für diesen Bericht. Du sprichst mir damit aus der Seele. Vor 11 Jahren begann ich wieder mit dem Motorradfahren, nach 20 Jahren Babypause. Ich kaufte mir eine gebrauchte R1150RT, mit der ich in 5 Jahren 70’000 Km gefahren bin. Damals dachte ich, das man dieses Motorrad nicht toppen könnte. Mit 112’000 km wollte ich was anderes. Die neue 1200er RT gefiel mir nur bis zur Probefahrt, weil ich zuerst mit der GSA gefahren bin. Die Sitzposition und der breite Lenker, gaben mir sofort das Gefühl, gut aufgehoben zu sein. Ich kaufte mir die GS Adventure Triple Black im März 2012. Heute hat sie 105’000 Km auf dem Zähler, absolut pannenfrei. Nur die Scheinwerferbirne musste ich ca. 5 mal ersetzten. Der Verbrauch von durchschnittlich 4,8 Liter geht absolut in Ordnung, da ich immer mit Sozia und Gepäck unterwegs bin. Ich war zuoberst in Schottland und unten in der Sahara und dazwischen in fast allen Ländern Europas und hatte nie das Gefühl etwas anders fahren zu wollen. Ich werde sie noch lange behalten und wünsche allen allzeit gute Fahrt.

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