Chaos Communication Congress – 36. Ausgabe

Der Chaos Computer Club ludt mittlerweile zum 36. mal, traditionsgemäß zum Jahresende, die Hackergemeinde zum sogenannten Chaos Communication Congress ein. Twittertauglich hörte die Veranstaltung auf den Namen #36C3.

Ich schreibe diesen Artikel leider erst am 8. Januar, da mich die sogenannte „Congress-Seuche“ heimgesucht hat. Bei 17-18.000 Menschen für 4 Tage auf einem Haufen ist die Wahrscheinlichkeit leider recht groß, einem grippalen Infekt zu erliegen. Bei einer Erkrankung aus 5 Veranstaltungen ist es aber noch eine recht gute Quote. *hust* *röchel*

Willkommen ist jeder, der mindestens die Werte des CCC vertritt und die rund 140€ für ein Ticket aufbringen kann/will. Aber auch wenn „Chaos Computer Club“ und „Hackertreffen“ eine sehr spezielle Zielgruppe suggerieren so ist sie auf dem „Congress“ weitaus diverser. Es geht hier bei weitem nicht nur ums Hacken von Computern, selbst auf reine Computer- oder Technikbereiche kann man es nicht eingrenzen. An 4 Tagen findet reger Austausch zu sozialen Themen genauso statt wie Workshops zum Lockpicking, Treffen von Rollenspielgruppen, Wissenschaftskommunikation aus allen Feldern, Meta-Talks zum Thema „Was ist Zeit?“ oder Grundlagen Talks zum Thema DSGVO oder Urheberrecht, uvm.
Natürlich gibt es auch genug Möglichkeiten um technische Themen zu diskutieren oder sich einfach nur zu informieren, aber auch hier ist die Bandbreite riesig. Umgang mit digitaler Gewalt, Data Science, IT-Security, Klimafreundlichkeit von Software, Probleme in der Softwareentwicklung, Digitale Migrationskontrolle, Fake Like Factories, Citizen Science Projekte, netzpolitische Themen um nur ein paar zu nennen oder einfach nur Spaß mit dem Hacker Jeopardy, dem Chaos Communication (Poetry) Slam oder „Sumo Robot Fights“. Insgesamt sind es wohl über 400 Talks über den Zeitraum der Veranstaltung.

In 1 1/2 Hallen präsentieren sich Vereine und Interessengemeinschaften in sogenannten Assemblies, zeigen und bewerben eigene Projekte, sammeln neue Ideen, bieten auf kleinen Bühnen die Möglichkeit sich auszutauschen oder veranstalten Workshops. Es gibt Virtual Reality Demos, eine Rennstrecke um sein „Elektro-„Gefährt zu testen, eine eigene Congress Post, ein Rohrpostsystem und Tastingstände für Bier, Mate und Tee.

Ein eigenes DECT Netz für Heimtelefone, sogar ein eigenes GSM Netz wird für die Veranstaltung aufgebaut. Wer will kann auch in einem rollenden Bällebad durch die Messehallen cruisen und wahrscheinlich habe ich hier nur ein Bruchteil von dem erwähnt was noch möglich ist.

Gestemmt wir dieses Event in Selbstorganisation durch das sogenannte Engelsystem. Dafür kann sich jeder der 18.000 Besucher anmelden und ToDos übernehmen die eben nötig sind um das Event am Laufen zu halten. Dabei gibt es relativ einfache Tätigkeiten wie das Einsammeln von Müll oder Leergut aber auch herausfordernde Dinge wie z.B. Video- & Tonmischung der Vorträge in Echtzeit. Das bedeutet, dass man auch bei sogenannte Engelsschichten neue Skills lernen kann. Dieses Jahre haben sich über 4500 Freiwillige gemeldet was dafür sorgte, dass teilweise gar keine freien Schichten mehr verfügbar waren.

Die Veranstaltungen im Chaosumfeld, und im speziellen der Chaos Communication Congress, sind eine schöne Utopie wie eine „bessere“, weil sozialere Welt aussehen könnte. Mit ein Grund weshalb viele, die Tage nach dem Congress, in eine kleine Depression verfallen wenn sie wieder mit der harten Realität konfrontiert werden.
Es ist ein nettes Miteinander und es ist völlig egal woher man kommt. All creatures welcome… und wichtig ist nur das wir alle gemeinsam 4 schöne Tage haben. Deshalb ist für mich auch der 37C3 wieder ein Pflichttermin in diesem Jahr.

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